Der Blick

30. April 2016

Letztens habe ich in der U-Bahn eine erschreckende Beobachtung gemacht. Ein Mann in den 40ern, leicht ungepflegt, übergewichtig und in alten Klamotten gekleidet, sprach eine fremde Frau an und sagte zu ihr: „Ich beobachte dich ganz genau, du Miststück. Wehe du klaust was aus meiner Tasche!“

Die Frau kam wahrscheinlich gerade aus dem Büro, denn sie trug einen schicken Businessanzug und war dezent geschminkt.

Jetzt fragt man sich wahrscheinlich, warum der Mann so etwas gesagt hatte. Das ergibt ja gar keinen Sinn! Ich muss mir das ausgedacht haben…aber nein.

Die Frau hatte eine schwarze Hautfarbe.

Das ergibt natürlich immer noch keinen Sinn, aber man kann sich nun wohl eher vorstellen warum der Mann das gesagt hatte. Ich möchte mich gar nicht erst über solche Leute auslassen, denn dann ist man kein Stück besser. Mich erschrak nur diese völlige Aberkennung der Realität, der tiefe Glaube etwas „Besseres“ zu sein, nur weil man die „richtige“ Hautfarbe trägt.

Erschrocken war ich auch über die Antwort der Frau. Sie warf ihm nur einen Blick zu, völlig ohne Worte und Gestik. Aber dieser Blick hatte es in sich! Voller Hass und Abscheu. Ein Blick dem man nicht gewachsen sein konnte, der wirksamer war als ein Schlag in die Fresse. Der haute mich um. Diesen Blick, den hatte sie nicht zum ersten Mal geworfen, denn darin konnte man die Verzweiflung und die Verbitterung des alltäglichen Rassismus sehen.

Das arme Würstchen versank tief in den Sitz und fühlte sich ganz elendig. Rassismus hinterlässt Opfer auf beiden Seiten, es ist der Hass, der sich tief ins Herz hinein frisst und dort böse Narben hinterlässt. Der Mann, der sich wie in einem Alkoholrausch kurz besser fühlt und dann hinterher nur noch mehr Hass und Wut in sich trägt, was ihn immer weiter zerstört. Und die Frau, die einfach nur ein normales Leben in diesem Land führen möchte und an diesen Menschen verzweifelt.

Advertisements

Meine Angst vor Bienen…

24. November 2015

Ich könnte wieder regelmäßig bloggen. Der Kopf ist voller Gerümpel und das Schreiben ordnet die Gedanken.

Aktuelle Tagespolitik ist eben auch ganz interessant. Gerade heute wurde ein russisches Militärflugzeug abgeschossen, von der NATO, das hatten wir schon länger nicht mehr. Aufgeregte Hühner schreien natürlich sofort nach dem 3. Weltkrieg. Ich bin derlei Hysterie schon längst überdrüssig. Erst vorletzte Woche wurde meine Freiheit angegriffen und meine Art zu Leben. Man merkt ja nicht viel davon, denn der Alltag geht weiter. Alles wie gehabt.

Das ist wohl die große Tragik unserer Zeit, die Katastrophen werden uns medial um die Ohren gepeitscht, aber privat ändert sich nicht viel. Ich lese gerne die Presseerzeugnisse von Aldi oder Penny, das beeinflusst mein Leben viel direkter. Die Leberwurst für 1.19? Da muss ich doch zuschlagen.

Aber diese enorme Diskrepanz zwischen Horrormeldungen und meiner Realität. Ich habe jetzt schon seit 14 Jahren Angst vor Terroristen, habe so viel Panik hinein investiert. Ich weiß noch, wie mir mal die Knie vor Angst schlotterten, als ich mal in Frankreich einen bärtigen Mann im Zug sah. Der sah aus wie ein Terrorist ausm Fernsehen. Heute kann ich darüber nur müde lächeln, denn die Angst lässt nach, mit der Zeit und mit der Erfahrung. Ich bin wohl abgestumpft. Diese Angst macht krank, denn man kann selber nichts dagegen tun und sie ist deswegen auch völlig sinnlos. Viele Leute treibt es in den Wahnsinn, man kann sie jeden Montag demonstrieren sehen.

Ich habe mich beruhigen lassen, in dieser Hinsicht. Mit Statistik zum Beispiel, früher in der Schule verhasst, heute ist es mein Ankerpunkt der Beruhigung. In den letzten Jahren sind mehr Menschen in Deutschland an Bienenstichen gestorben, als an islamistischen Terroristen.

Ich wurde auch schon gestochen von einer Biene, als kleines Kind. Dieser Terror ist real, meine Angst vor Bienen ist begründet. Jetzt im Winter habe ich meine Ruhe und im Sommer kämpfe ich mit ihnen um die Lufthoheit an meinem zuckerhaltigem Kaltgetränk.

Ich mag meine Angst vor Bienen, wir kommen gut miteinander aus.


Ich habe ja nichts gegen Mannheim und Ludwigshafen, aber…

23. November 2015

Einer der interessantesten und verheerendsten Konflikte in Deutschland spielt sich am Rhein ab, da wo sich Mannheim und Ludwigshafen gelangweilt, gegenüberstehen.

Mannheim, eine Stadt die kaum einer kennt und von fast allen Touristen gemieden wird. Und falls sich doch mal ein Besucher in die Stadt verirrt, findet er nie wieder hinaus, denn das System aus Straßennahmen, die keinerlei Sinn ergeben, wie zum Beispiel die berühmte Ecke wo sich die Straße G2 mit der Straße F1 kreuzt, lassen jeden Neuankömmling sofort wahnsinnig werden. Der Mannheimer lebt in Quadraten wie E2 oder K4 und stammt höchstwahrscheinlich von Schachfiguren ab, denn nur er findet sich darin zurecht.
Auch die Nachbarstadt Ludwigshafen, die genau gegenüber liegt, war sich ihrer Bedeutungslosigkeit schon immer bewusst. Man hatte es jahrelang mit der Tatortfigur Lena Odenthal versucht ein bisschen Bekanntheit zu erlangen, doch was der Deutsche daraufhin mit dem Namen Ludwigshafen verband, war nur ein langes Gähnen gefolgt von einer Runde erholsamen Tiefschlaf. Trotzdem wollte man sich nicht mit dem Status „Nest irgendwo am Rhein“ zufrieden geben und zündete die erste Eskalationsstufe. Die Katzenberger!
Die Person, die Katzenberger gefunden und berühmt gemacht hatte, gehört natürlich hinter Schloss und Riegel, aus diesem Grund hält sie oder er sich auch heute noch bedeckt. Man war sich nicht klar, was man mit dieser nervtötenden Kosmetikerin für ein Unglück auslöse. Ganz Deutschland ist sauer auf Ludwigshafen. Wie konnte das nur passieren?
Aber es wird noch schlimmer, denn Ludwigshafen war nun deutlich berühmter als Mannheim, das trostlose Schachbrett von nebenan. Die Nachbarn mussten sich etwas einfallen lassen und zündeten die zweite Eskalationsstufe. Man hatte da diesen völlig langweiligen Schnulzensänger. Klar ging er mit seinem Gejaul ein paar Leuten auf die Eier, aber das war noch nicht genug. Herr Naidoo war viel zu brav und so schenkte man ihm sein eigenes Quadrat mitten in Mannheim. Dieses Quadrat gehörte noch nicht zur sogenannten BRD GmbH und ist eines der letzten Filetstücke des deutschen Reiches, was ja logischerweise immer noch existiert, so erzählte man ihm. Der naive Naidoo war sofort begeistert. Er, der früher immer von anderen aufgrund seiner Hautfarbe gehänselt wurde, bekam nun endlich die Anerkennung, die ihm immer verwehrt blieb. Und dann sogar ein Stück Deutsches Reich! Er freute sich riesig und oft macht er sich über die anderen Deutschen lustig, die noch im sogenannten besetzten Deutschland leben und nicht wie er auf seiner tollen Insel.
Das ist die momentane Eskalationsstufe im Krieg der beiden Städte. Wir wissen nicht, was als nächstes passieren könnte, denn Ludwigshafen sieht sich schon wieder ins Hintertreffen geraten. Klar gibt es das Katzenbaby, aber reicht das aus? Nicht das man die Katzenberger als aussichtsreiche Kandidatin für die nächste Bundestagswahl installiert oder sie gleich als Reichskanzlerin aufstellt. Das ganze Land muss jetzt handeln und die beiden Städte in ihrem Negativwettbewerb stoppen.


Gunther Guthmensch, das Schaf und der Wolf aus dem Westen

3. September 2015

Ich, Gunther Guthmensch sitze mit dem Schaf auf einer endlosen Wiese, doch das Schaf ist schlecht gelaunt.
„Was ist los Schaf?“
„Es brodelt in mir.“
„Hast du wieder die Pilze am Waldesrand gegessen? Die sind nicht bekömmlich. Habe ich Dir schon tausendmal erzählt.“
„Nein! Gunther! Nein! Es brodelt aus einem anderen Grund in mir. Psychisches Brodeln nennt man das wohl.“
„Jetzt rede nicht herum! Sag doch genau, was dich bedrückt, Schaf!“
„Es ist mir verboten. Schon allein die Aussprache meiner Gedanken könnte den Eindruck bei Dir hinterlassen, ich sei dumm.“
„Aber Schaf, quäle dich nicht mit diesem Gedanken! Ich weiß doch schon längst, dass du dumm bist. Dafür brauchst du dich doch nicht zu schämen. Sei einfach du selbst!“
„Das andere Schaf, da drüben auf der Nachbarweide, das löst in mir das Brodeln aus.“
„Du meinst das schwarze Schaf?“
„Ja es bekommt dort drüben das grünere Gras zu fressen und ich harre hier nur mit dem weniger grünen Gras aus. Ich habe schon Magenkrämpfe davon, weil es einfach weniger bekömmlich ist.“
„Also ich sehe da keinen Unterschied im Gras.“
„Du bist ja auch kein Experte, so wie ich.“
„Das kann gut sein, aber ich glaube eher es ist der Neid, der deine Magenkrämpfe verursacht. Außerdem gibt es da drüben auch noch weiße Schafe, so wie du. Die scheinen dich ja nicht zu stören.“
„Du kannst gar nicht wissen, wie es in mir drin ist! Ich sage Dir, nur das schwarze Schaf frisst das grünere Gras weg. Das schwarze Schaf hat gar keine Manieren innen drin. Das ist ganz anders als wir Weißen.“
„Ich glaube ihr Schafe seid ziemlich gleich aufgebaut, egal ob schwarz oder weiß. Ihr fresst Gras, scheißt braune Kugeln und Määäht herum.“
„Ich bin hier der Experte und ich sage Dir, die Unterschiede sind nicht zu übersehen. Angefangen bei der schwarzen Farbe und…“
„Und?“
„Und psychologisch sind die ganz anders aufgebaut. Schon alleine, dass sie nur das grünere Gras essen und uns das weniger Grüne hinterlassen. Das ist doch schon Beweis genug. Da steckt eine Taktik dahinter! Es will uns mit Magenkrämpfen zur Strecke bringen!“
Aus dem Westen kommt der Wolf angelaufen. Er sieht hungrig aus.
„Na Schaf, wie geht es Dir? Frisst das schwarze Schaf schon wieder das ganze grünere Gras weg?“
„Jetzt fang du nicht auch noch an Wolf! So blöd bist du doch nicht!“
„Nö! Aber das Schaf ist hier ganz alleine und ohne Hilfe. Jetzt kann ichs fressen, ohne Probleme.“

Der Wolf frisst das Schaf.

„Weißt du Gunther, meiner Meinung nach schmecken die alle gleich, egal ob schwarz oder weiß. Aber es ist eben schlechter für mich, wenn die Schafe zusammenhalten.“


Der Telefonkonzern

13. Mai 2015

Der Techniker kommt nicht mehr, aber bis man sich das selbst überhaupt eingestehen kann, vergeht schon einige Zeit. Bei mir sind es ganze 3 Tage, die ich in Selbstmitleid verbringe, ob meiner gekappten Internetverbindung. Dann rufe ich den Kundenservice des Telefonanbieters an, der sich um die Aktivierung meines Anschlusses kümmert:
„Hallo! Na endlich, ich warte schon seit Stunden in der Warteschleife.“
„Was ist denn das Problem?“
„Der Techniker war nicht da! Er war mir versprochen, aber er kam nicht.“
„Haben Sie sich nicht vorher informieren können? Man weiß doch, dass der Techniker niemals beim ersten Termin erscheinen wird. Vielleicht und nur wenn man ganz viel Glück hat beim Fünften, aber doch nie und nimmer beim Ersten. Selbst wenn Sie der Internetpapst persönlich wären, geschieht das nicht. Wie kamen Sie denn überhaupt auf die Idee, ihren perfekt funktionierenden Internetanbieter zu wechseln? So unwissend kann man doch wirklich nicht sein.“
„So dann hätte ich gerne einen fünften Termin!“
„Na Sie sind wohl einer von der cleveren Sorte? Sie bekommen jetzt einen zweiten Termin. Seien Sie bitte am 8 Mai rund um die Uhr verfügbar.“
„Da werde ich sicher nicht da sein, der Techniker kommt ja sowieso nicht.“
„Zugegeben, die Chance, dass er bei Ihnen klingelt, mag gering sein, aber eben nur gering und nicht vollständig unmöglich. Es soll schon Leute gegeben haben, die beim zweiten Termin den Techniker antrafen. Zum Beispiel, wenn im selben Treppenhaus ein fünfter Termin dran ist und der Techniker früh fertig geworden ist. Wenn er dann noch etwas Zeit hat und sich in der richtigen Stimmung befindet, dann könnte er womöglich bei Ihnen anschellen. Jetzt wäre es aber fatal, er käme zu Ihnen und träfe Sie nicht an. Dann landen Sie sofort auf der roten Liste und werden wahrscheinlich nie wieder einen Techniker zu Gesicht bekommen. Zumindest nicht in diesem Leben!“
„Ich bin doch Kunde und der Kunde ist König!“
„Aber natürlich, jeder Kunde ist König, aber doch nicht alle gleichzeitig. Warten Sie, bis Sie an der Reihe sind!“
„Das ist doch eine Frechheit. Ich möchte ihren Vorgesetzten sprechen.“
„Aber sicher doch, ich bewundere ihren Eifer. Doch er resultiert ja doch nur aus der Tatsache, dass sie einfach noch nicht so oft mit dem Telefonkonzern in Kontakt getreten und daher noch sehr unerfahren sind. Ich möchte es Ihnen so schonend wie möglich beibringen. Natürlich kann ich Sie mit meinem Vorgesetzten verbinden, doch das wird nicht viel helfen. Denn auch wenn er mein Vorgesetzter ist, ist er dennoch einer der niedrigsten Angestellten im Konzern. Aber selbst das wäre noch übertrieben formuliert, denn er ist gar nicht so richtig im Konzern angestellt, sondern nur in einem Subkonzern. Wir befinden uns nicht mal im selben Gebäude, ja nicht mal in der selben Stadt. In Wirklichkeit treten wir nur sehr wenig mit dem Konzern in Kontakt. Wir können lediglich die Technikertermine vergeben und wütende Anrufer mit fahlen Ausreden beruhigen.“
„Dann macht der Konzern aber einen großen Fehler! Wir als Verbraucher haben Macht! Wir werden uns gemeinsam wehren!“
„Das mag im ersten Augenschein so wirken, als ob der Konzern da einen großen Fehler macht, aber dem ist nicht so. Der Konzern macht nie Fehler. Der einzige Fehler, den er sich vielleicht zuschreiben könnte, ist zu gütig zu sein. Denn er benötigt nur ihr Geld, alles andere, das Anbieten und Unterhalten der Internetverbindung, die Werbung, der Kundenservice unternimmt er doch nur aus reiner Gutmütigkeit Ihnen, dem Verbraucher, zuliebe. Das könnte er auch genauso gut sein lassen, denn Sie sind ihm aufgrund seiner Monopolstellung sowieso hoffnungslos ausgeliefert. Doch zum Abschluss des Gesprächs, hätte ich noch eine persönliche Frage. Wie zufrieden sind Sie mit dem Kundenservice des Telefonkonzerns? Doch bevor Sie antworten, denken Sie lieber noch eine kurze Zeitspanne nach, denn das landet alles in ihrer Kundenakte und obwohl wir eigentlich dazu angehalten sind unsere Kunden in dieser Frage unbeeinflusst zu lassen, will ich Ihnen dennoch eine Hilfestellung geben. Bleiben Sie kooperativ! Versuchen Sie nicht das Unternehmen zu erzürnen, schon gar nicht mit Kritik. Schon dass Sie hier angerufen haben, hat man Oben nicht ohne ein Zähneknirschen registriert. Sie wollen doch Ihren Standpunkt nicht noch weiter verschlechtern.“
„Ich bin äußerst unzufrieden mit dem Kundenservice!“
„Oh je! Das ist quasi Selbstmord, was Sie gerade getan haben. Vergessen Sie ihren Internetanschluss. Warum sind Sie auch so stur? Es wird in den nächsten Minuten ein Techniker zu Ihnen kommen und ihre Telefonkabel restlos entfernen. Seien Sie bitte verfügbar. Danke! Auf Wiederhören!“


Welche Urzeit haben wir?

8. April 2015

6145 vor Christus, eine Höhle in einer bewaldeten Schlucht. Ernst G steigt von seinem Mammut, nachdem er es rückwärts in eine Parklücke zwängte.
„Klaus?“, fragt er in die Höhle hinein, die eigentlich ein Atelier ist.
„Klaus? Klaus, bist du da drin?“
Klaus M antwortet: „Ja! Komm herein du alter Urmensch!“
Ernst G schiebt ein paar Äste zur Seite und betritt die Höhle, die nur von einem Spalt, wo die Sonne sich hindurch mogelt, beleuchtet wird.
„Hier drin ist es ja dunkler als in einem Stegosaurierhintern!“, sagt Ernst G und spricht damit die unrühmliche Vergangenheit der Dinosaurier an, die vor kurzem erst ausgestorben sind.
„Man gewöhnt sich an die Dunkelheit und die Farben wirken so viel besser. Intensiver!“, sagt Klaus und malt ein Mammut mit seinen bloßen Fingern an die Wand. Schmierfink!
„Was malst du da, Klaus? Das sieht nicht sehr real aus?“
„Es ist eine Jagdszene!“, sagt Klaus euphorisch.
„Da sind ja nur Männer an der Jagd beteiligt! Was soll das? Jeder weiß doch, dass wir Männer nicht jagen können, sondern nur Beeren sammeln.“
„Das entspringt nur meiner Fantasie, ich würde so gerne jagen gehen wie die Frauen und nicht dauernd doofe Beeren sammeln müssen. Jagen klingt viel aufregender! Meine Kumpels und ich jagen ein Mammut. Da siehst du! Und da drüben jagen wir einen Säbelzahntiger!“
„Deine Fantasie wird dich noch in Schwierigkeiten bringen, wenn die Frauen das erst mal mitbekommen.“
„Deswegen bin ich ja in dieser abgeschiedenen Höhle. Hier kommt nie einer hin! Außerdem gibt es hier Spinnen und Frauen haben Angst vor Spinnen.“
„Ich verstehe immer noch nicht, warum du nicht einfach die Realität zeichnest Klaus. Jagende Männer! Das ist doch irre! Ich mache mir Sorgen um deinen Geisteszustand.“
„Man wird doch wohl noch träumen dürfen, Ernst!“
„Ja aber stell dir doch nur mal vor, das Menschen diese Zeichnung mehrere tausend Jahre später finden und glauben, dass es wirklich so gewesen ist. Ich meine, du betreibst hier offensichtlich Geschichtsfälschung!“
„Niemand ist so blöd und wird mein Kunstwerk als real ansehen…so dumm kann doch keiner wirklich sein, oder Ernst?“


Eine Kolumnität von Jan Gemüsehauer Thema: Der Russ

24. Juli 2014

Hallo mein Name ist Jan Gemüsehauer und ich bin ein Konserventiver.
Ich gebe offen zu eine verfolgte Minderheit zu sein, die aber trotzdem immer recht haben will. Die Mehrheitsgesellschafft bestehend aus nichtkonserventiven Besserwissern stellt eine Bedrohung vür Unsereins dar.

Aufgewachsen bin ich unter anarchoiden Geröllaffen im Onsabrücker Zoo, die mich sträflichst in meiner Erziehung benachteiligt haben. Schon früh versuchte ich dem entgegenzusteuern indem ich eine elektrische Zahnbürste richtig anwendete. Später erfolgte noch die Beziehung zu einem effektiven Waschlappen, der es mir ermöglichte mich aus meiner Unhygiene zu befreien, da er mich an den passenden Stellen säuberte.
Nach der Flucht aus dem Onsabrücker Zoo erlernte ich den Umgang mit Schreibgeräten jeglicher Couleur. Mein linksintelektualistischer Schreiblehrer meinte jedoch: „Man kriegt den Geröllaffen aus dem Onsabrücker Zoo, aber nicht den Onsabrücker Zoo aus dem Geröllaffen.“ woraufhin ich ihm mit Anlauf ins Gesicht kackte.
Heute schreibe ich für die elektronsische Ausgabe des Legeips Red meine verfolgten Minderheizgedanken auf.

Der Russ ist schon vor der Türe am Sein. So visualisiert es sich meine Mitaffen und Mitäffininnen. Schon seit Jahren beobachte ich den Russ genau, erfreute mich zeitweilig an seiner zur Schau getragenen Homsophobie. Auch ich bin ein bekennender und bekannter Homsophobist, bin auch schon auf einem Pferd mit befreiten Oberskörper auf einem Hengst durch den Onsabrücker Zoo geritten. Man warf mir aus Respektion Bananen und Liebesbekundungen zu, biss mich einer dieser Pflegerflegel vom Pferd und in die angestammte Subordination riss.
Jetzt will der Russ es aber nicht gewesen sein. Flugzeuge fallen vom Himmel und er will es nicht gewesen sein. Dabei ist er es immer am Sein, der Russ und sein Volk. Selbst wenn man den Russ mit seinen Rattanfingern in der Keksdose erwischt, er will es nicht sein. Flucht aus der Realität nenne ich das!
Und dann ist er am behaupten dran, dass wir, ich und meine transatlantisch-pazifischen Mittaffen ihn auf der Pelle am vorrücken sind. In der Ukrainsischen Tiefebene ist doch nur der Schokoladenmann, verteilt entweder Schokolade oder Ohrfeigen, je nachdem, wie man sich ihm in der Begegnung verhält. Europa ist da noch weit weg! Das sind nur die zarten Wurzeln einer Demokratzie.
Außerdem hätte sich der Russ doch schon längst an die Verkleinerung machen können. Ein Riesenreich in ein Zwergenland, den Konsumismus quasi im Dorf lassen. Aber nein er hat die Minsimierung versäumt. Kein Wunder also, dass ich und meine Mittaffen unsere Stahlkappen bewährten Stiefel an der Sowjetunion stoßen, weil kein Raum im Osten vorhanden ist.